Whisky Wednesday

Laphroaig Quarter Cask

Tobias

Tobias

9. Juni 2021

Teilen
Laphroaig Quarter Cask

WhiskyWednesday - dieses Mal mit dem Laphroaig Quarter Cask. Eine weitere Abfüllung aus dem Hause Laphroaig, welche eine meiner absoluten Lieblingsbrennereien ist. Mit dem Laphroaig Quarter Cask haben die Mannen aus Islay einen "normalen" 10-jährigen Laphroaig genommen und ihn in sogenannten Quarter Casks gefinisht. Ein Quarter Cask ist ein kleineres Fass mit einem Fassungsvolumen von 125 Litern.

Laphroaig Quarter Cask - Eine kurze ANalyse

Kaum ist die Flasche geöffnet, kommt einem schon der für Laphroaig so typische torfige Geruch in die Nase. Als ich die Tasting Notes im Netz gelesen hatte, fand ich es schon sehr komisch, das der Whisky nach Banane oder Kokosnuss riechen soll. Aber nachdem ich das erste Mal eine Nase voll genommen habe, konnte ich das Ganze tatsächlich selber erkunden. Auch wenn die Aromen, wie ich finde, nur sehr minimal durchkommen, sind sie doch definitiv vorhanden. Wenn man dann den ersten Schluck getrunken hat, fühlt man sich doch gleich in die Welt von Laphroaig versetzt. Der Laphroaig Quarter Cask ist ein superkomplexer und sehr ausgewogener Whisky, der einfach total Spaß macht zu trinken. Also probiert ihn doch einfach mal selber.

Ihr wollt mehr über die Brennerei Laphroaig erfahren?

Weiterführende Informationen über Laphroaig gibt es natürlich auch bei mir im Blog. Alle Informationen zur Brennerei, der Produktion und den Abfüllungen findet über den folgenden Link.

Was ein Quarter Cask bewirkt

Der Größenunterschied klingt harmlos, hat aber messbare Folgen. Ein Fass mit 125 Litern hat im Verhältnis zu seinem Inhalt deutlich mehr Holzfläche als ein Standardfass mit rund 200 Litern oder ein Hogshead mit etwa 250. Damit hat jeder Tropfen im Fass öfter Kontakt zum Holz, und alles, was das Fass abgeben kann, geht schneller in den Whisky über.

Praktisch heißt das: Ein Finish im kleinen Fass wirkt in Monaten, wofür ein großes Jahre bräuchte. Das ist Chance und Risiko zugleich, denn Holz gibt nicht nur Vanille und Süße ab, sondern bei zu langer Lagerung auch Bitterstoffe. Die Kunst liegt deshalb weniger im Befüllen als im richtigen Zeitpunkt zum Abfüllen.

Historisch waren kleine Fässer übrigens kein Qualitätsmerkmal, sondern Transportmittel: Sie ließen sich auf einem Pferderücken über die Hügel schaffen, was in Zeiten unbefestigter Wege und wenig begeisterter Steuereintreiber ein handfester Vorteil war. Dass sie heute gezielt zur Reifung eingesetzt werden, ist eine Wiederentdeckung.

Wer den Effekt selbst nachvollziehen möchte, verkostet eine Standardabfüllung derselben Brennerei direkt daneben. Im Vergleich tritt deutlich hervor, was das Holz beigesteuert hat und was schon vorher da war – nebeneinander erkennt man das erheblich zuverlässiger als aus der Erinnerung.

Die Fassgröße ist dabei nur eine von mehreren Stellschrauben. Ebenso wichtig ist, wie oft ein Fass bereits befüllt war: Ein Erstbefüllungsfass gibt kräftig ab, ein dritt- oder viertbefülltes kaum noch. Steht auf einer Flasche „First Fill“, ist deshalb mit deutlich mehr Holzeinfluss zu rechnen als bei einer Abfüllung ohne diesen Zusatz.

Weiterlesen im Magazin

Cragganmore 12 am #WhiskyWednesday

Cragganmore 12 am #WhiskyWednesday

02. Juni 2021

Weiterlesen →
Bowmore 15 am #WhiskyWednesday

Bowmore 15 am #WhiskyWednesday

12. Mai 2021

Weiterlesen →